HaFOP-2015

HaFOP-Programmatik:

Wie lassen sich moralische Anliegen wirksam zur Geltung bringen? Wie kann man menschliches Verhalten breitenwirksam so verändern, dass gesellschaftliche Missstände vermieden werden? Wie lassen sich allgemein wünschenswerte Ergebnisse in der modernen (Welt-)Gesellschaft herbeiführen? – Zur Beantwortung dieser Fragen verweist die Ordnungsethik auf die überragende Rolle gesellschaftlicher Institutionen, auf die formalen und informalen Regeln des menschlichen Zusammenlebens und die von ihnen ausgehenden Anreizwirkungen. Viele dieser Regeln lassen sich politisch beeinflussen. Deshalb gehören Ordnungsethik und Politikberatung eng zusammen: Es geht um Argumente zur gesellschaftlichen Selbststeuerung, die an die demokratische Öffentlichkeit adressiert werden.

Das Hallesche Forum für Ordnungsethik und Politikberatung (HaFOP) wird organisiert vom Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) sowie dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Es wird im Rahmen der Förderinitiative „Dialog Junge Wissenschaft und Praxis“ von der Hanns Martin Schleyer Stiftung unterstützt. Das HaFOP ist integraler Bestandteil des VWL-Masterprogramms „Empirische Ökonomik und Politikberatung“.

HaFOP 2015: Die Zukunft der Energiepolitik

Das erste Hallesche Forum für Ordnungsethik und Politikberatung fand im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Paris statt. Vom 19.-21. November 2015 widmete es sich dem Thema „Die Zukunft der Energiepolitik“.

Der Hintergrund: Im Zuge der internationalen Klimapolitik hat die Bundesrepublik Deutschland eine „Energiewende“ ausgerufen. Die Bundesregierung gibt hierfür ambitionierte Ziele vor. Sie setzt auf einen fest terminierten Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022, ferner auf eine Reduktion des Einsatzes fossiler Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle), um die Treibhausgasemissionen in Relation zum Vergleichsjahr 1990 bis 2020 um mindestens 40% und bis 2050 um mindestens 80% zu senken. Zu diesem Zweck wird massiv auf eine Förderung Erneuerbarer Energien gesetzt, vor allem auf Photovoltaik und Windenergie. Die wichtigste Fördermaßnahme hierfür ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Anbietern grüner Energien auf Kosten der Steuerzahler feste Abnahmesätze garantiert. All die nationalen Maßnahmen zur Durchsetzung der deutschen Energiewende sind additiv zur europäischen Klimapolitik, die ganz wesentlich auf das Instrument des Emissionsrechtehandels setzt, das EU ETS, also ein „Cap and Trade“-System, welches die politische Festsetzung der erlaubten Höchstmengen für Treibhausgas-Emissionen („Cap“) mit einem Börsenhandel („Trade“) kombiniert, der dafür sorgt, dass die volkswirtschaftlichen Kosten des Klimaschutzes minimiert werden.

Um vor diesem Hintergrund „Die Zukunft der Energiepolitik“ zu diskutieren, wurden aus unterschiedlichen Bereichen namhafte Experten zum HaFOP 2015 eingeladen:

Jürgen Strube Lecture

  • Jürgen Strube Lecture

    Am 19. November 2015 hielt Prof. Dr. Joachim Weimann (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) in den Räumen der IHK Halle-Dessau die „Jürgen Strube Lecture“. Sein Vortragsthema lautete: „Wissen wir, was wir tun? – Die deutsche Energiepolitik zwischen moralischem Anspruch und ökonomischer Realität“.  → mehr lesen

  • Impulsreferate

    Das HaFOP wurde am 20. November 2015 in den Räumen des IWH fortgesetzt. IWH-Präsident Prof. Reint E. Gropp, Ph.D., eröffnete die Sitzung mit einem Grußwort.     → mehr lesen

  • Andreas Kuhlmann

    Das erste Impulsreferat hielt Andreas Kuhlmann, Deutsche Energie Agentur (dena).  → mehr lesen

  • Harald Uphoff

    Das zweite Impulsreferat hielt Harald Uphoff, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE).  → mehr lesen

  • Regine Günther

    Das dritte Impulsreferat hielt Regine Günther, World Wide Fund For Nature (WWF Deutschland).  → mehr lesen

  • Prof. Dr. Roland Menges

    Das vierte Impulsreferat hielt Prof. Dr. Roland Menges, Technische Universität Clausthal.  → mehr lesen

  • Diskussionsrunden

  • Die erste Diskussionsrunde

    In der ersten Diskussionsrunde wurde versucht, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Experten auszuloten.  → mehr lesen

  • Die zweite Diskussionsrunde

    In der zweiten Diskussionsrunde wurde versucht, die aus den Gemeinsamkeiten und Unterschieden resultierenden Folgerungen für den Prozess der Politikberatung in Deutschland zu erörtern.  → mehr lesen

  • Interviews

  • Prof. Dr. Roland Menges

    Der erste Interviewpartner war Prof. Dr. Roland Menges, Technische Universität Clausthal.  → mehr lesen

  • Prof. Dr. Joachim Weimann

    Der zweite Interviewpartner war Prof. Dr. Joachim Weimann (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg).  → mehr lesen

  • Andreas Kuhlmann

    Der dritte Interviewpartner war Andreas Kuhlmann, Deutsche Energie Agentur (dena).  → mehr lesen

  • Harald Uphoff

    Der vierte Interviewpartner war Harald Uphoff, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE).  → mehr lesen

  • Regine Günther

    Die fünfte Interviewpartnerin war Regine Günther, World Wide Fund For Nature (WWF Deutschland).  → mehr lesen

  • HaFOP Hints

    Wir haben nicht zu wenig, sondern zuviel Ressourcen

    am: 23. Februar 2016

    Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die umweltpolitische Diskussion von der Befürchtung bestimmt, dass der Menschheit die Ressourcen ausgehen. Mittlerweile hat sich diese Wahrnehmung in ihr Gegenteil verkehrt. Insbesondere für fossile Rohstoffe wird nunmehr befürchtet, dass wir nicht zu wenig, sondern zu viel davon haben: Die klimapolitische Herausforderung besteht darin, global vorhandene Ressourcen nicht zu    → mehr lesen

    Das EEG betreibt nicht Innovationsförderung, sondern eine hochgradig ineffiziente Diffusionsförderung

    am: 10. Februar 2016

    Die Bundesregierung hat eine „Expertenkommission Forschung und Innovation“ (EFI) berufen. Diese hat sich in ihrem Gutachten 2014 sehr kritisch zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geäußert. Dort liest man auf S. 52 zwei grundsätzliche Einwände. Der erste bezieht sich auf die fehlende Klimaschutzwirkung des EEG. Der zweite bezieht sich auf die mangelhaften Innovationsanreize, die vom EEG ausgehen. Dem    → mehr lesen