Wir haben nicht zu wenig, sondern zuviel Ressourcen

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die umweltpolitische Diskussion von der Befürchtung bestimmt, dass der Menschheit die Ressourcen ausgehen. Mittlerweile hat sich diese Wahrnehmung in ihr Gegenteil verkehrt. Insbesondere für fossile Rohstoffe wird nunmehr befürchtet, dass wir nicht zu wenig, sondern zu viel davon haben: Die klimapolitische Herausforderung besteht darin, global vorhandene Ressourcen nicht zu nutzen.

Die UN-Klimakonferenz in Paris hat am 12. Dezember 2015 das Ziel bekräftigt, die globale Erwärmung unter 2° Celsius zu halten. Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass dies bedeutet, ab sofort rund 30% der heute bekannten Ölvorkommen, rund die Hälfte der bekannten Gasvorkommen und über 80% der heute bekannten Kohlevorkommen im Boden zu belassen.

In ihrem Nature-Artikel (The geographical distribution of fossil fuels unused when limiting global warming to 2°C, in: Nature, Jg. 517 vom 8. Januar 2015, S. 187-190) schreiben Christophe McGlade und Paul Ekins (auf S. 187): Our results suggest that, globally, a third of oil reserves, half of gas reserves and over 80 per cent of current coal reserves should remain unused from 2010 to 2050 in order to meet the target of 2° C.

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